Marias Erlebnisbericht:

„Laufen am schönsten Berg der Welt“

Unter diesem Motto startete am 1. Juli 2017 der 16. Zermatt Marathon. Und ich war dabei! Seit Jahren war es mein Wunsch, diese Strecke zu laufen. Doch immer scheiterte eine Fahrt dorthin an den gesundheitlichen Problemen meines Mannes. In diesem Jahr stand ich plötzlich alleine da, und es stellte sich mir die Frage, ob ich meinen Wunsch realisiere. Dass ich mich  dafür entschieden habe, lag an den letzten Worten meines Mannes. Er hat mir gesagt, dass ich das tun soll, wovon ich überzeugt bin, und dass ich mich nicht von anderen beeinflussen lassen solle.

Nachdem ich alles organisiert hatte, kam der Abreisetag ganz schnell. Die Hinfahrt habe ich in zwei Etappen gestaltet um nicht übermüdet anzukommen. Zermatt ist ein autofreier Ort, das Fahren ist nur Elektrofahrzeugen erlaubt. In Sankt Niklaus, einem Vorort ca. 20 km von Zermatt entfernt, sind der Start des Marathons und die Ausgabe der Startunterlagen. Also, war es für mich praktisch auf der Durchfahrt anzuhalten, um die Unterlagen mitzunehmen.

Am Freitagnachmittag gab es von der Organisation die Gelegenheit, an einem Besichtigungslauf der Strecke teilzunehmen. Das erwies sich im Nachhinein als sehr sinnvoll, denn ein erfahrener Läufer hat die Interessenten geführt und über einige markante Stellen auf der Strecke informiert. Im Anschluss daran gab es die übliche Pastaparty, die ich gern besucht habe, um mich ein klein wenig auf den nächsten Tag einzustimmen.

Nach einer ausgeruhten Nacht, hieß es, frühzeitig auf die Beine zu kommen, denn zusätzlich eingesetzte Züge brachten die Marathonis zum Startort nach Sankt Niklaus. Das Wetter war optimal zum Laufen, ca. 15-18 Grad, es konnte also losgehen. Ungefähr 300 m nach der Startlinie kam die erste große Steigung, die nur mit flottem Schritt zu bewältigen war. Danach folgten ca. 20 km bis nach Zermatt. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, mal ging es durch ein Wäldchen, dann durch Wiesengelände oder an einem Flüsschen entlang. Sie Steigungen waren in diesem Abschnitt  moderat. Es ging mir sehr gut dabei, weil ich mein persönliches Tempo halten konnte und mich nicht von überholenden Läufern und Läuferinnen habe beeinflussen lassen. In den kleinen Orten, die passiert wurden, waren viele Zuschauer, die uns angefeuert  oder auch mal etwas zu trinken angeboten haben. Selbst Musikanten haben es sich nicht nehmen lassen, uns den „Marsch zu blasen“. Nach einer Runde von 3-4 km durch Zermatt begann der eigentliche Berglauf. Es ging hoch zur Sunegga Alm, die auf ca. 2200 m liegt. Ungefähr 6 km stetig bergan, bin ich im Stechschritt hochmarschiert und habe viele Leute überholt. Nach Erreichen dieser Alm ging es parallel zum Berg weiter. Der Weg war schmal und es ging über Baumwurzeln, Steine und Geröll. Nach dem flotten Gehen, fiel es mir ein wenig schwer wieder in den Laufschritt zu kommen. Aber irgendwann hatte ich mich erneut daran  gewöhnt und es ging in diesem Gelände weiter bis eine Gesamtstrecke von 39 km erreicht war. Dann kam der Höhepunkt, d.h. es folgten 3,195 km steil zum Riffelberg. Am Ende war dieser Weg noch einmal sehr mühsam, das Ziel wollte einfach nicht kommen. Doch plötzlich tauchte ein Wegweiser auf, mit dem Hinweis, nur noch 666 m bis zum Ziel. Links von mir sah ich schon die Ziellinie, aber es folgte im hügeligen Gelände gefühlsmäßig noch eine doppelte Strecke, als auf dem Schild angegeben war. Doch endlich hatte ich es geschafft, die Ziellinie, in einer Höhe von ca. 2.600 m, war überschritten und ich wurde mit einer Medaille und einem schönen T-Shirt belohnt. Ich war mit mir und einer Zeit knapp unter sechs Stunden sehr zufrieden. Mit diesem Lauf wollte ich testen, wie es mit meiner Fitness steht, und es hat sich gezeigt, dass ich Spaß und Freude und die Kraft hatte, diesen Lauf zu bestehen. Ich habe festgestellt, dass mich  Landschaftsläufe sehr begeistern und ich dieses Panorama um mich herum liebe. Deshalb werde ich nächstes Jahr einen neuen Berg in Angriff nehmen.

Oberhausen, 25.07.2017

Maria Dengel

 

 
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